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Chronik (Stand: 02.04.2014)

Diese Chronik ist nicht vollständig und wird stetig ergänzt. Sollten Sie etwas zu unserer Geschichte beitragen können oder haben Sie Korrekturvorschläge, so teilen Sie dies uns bitte mit. Wir freuen uns über jegliche Beteiligung an der Aufarbeitung der Geschichte des Kleingartenwesens.

 

BuchDie Geschichte des Kleingartenwesens im Westhavelland

  1. Bedeutung des KLEINGARTENWESEN
  2. Ursprünge, aus denen das KLEINGARTENWESEN sich entwickelt hat
  3. Der Funktionswandel der Kleingärten im Laufe der Zeit
  4. Die Entwicklung von Organisationsformen, Gesetzlichkeiten

 

C H R O N I K   des Kleingartenverbandes „Westhavelland“ e.V.
(Die Schutzherrin der Geschichtsschreiber, Klio, ist eine Muse der Geschichte)

"Kleine Gärten, große Wirkung. Wer einen Garten hat, hat mehr vom Leben“.

Unter dieses Motto möchten wir die Entstehungsgeschichte des Kleingartenverbandes stellen.

Der große Bornimer Staudenzüchter und Gartenphilosoph  Professor Karl Förster sagte einmal:

schreiben"Auch ein kleiner Garten ist eine endlose Aufgabe und wer mit seinem Garten schon zufrieden ist, verdient ihn nicht. Wer einmal der Gartenleidenschaft verfällt, ist noch nie geheilt worden.“

1911 hatte Karl Förster seine Gärtnerei an der Peripherie Potsdams gegründet. Dort erwarb er sich den Ruf als einer der bedeutendsten Gärtner seiner Zeit, als  ein Mann, der eine neue Garten-Ära begründete. Als er 1970 im Alter von 96 Jahren starb, hatte er 373 Stauden gezüchtet und 37 Bücher geschrieben. 1955 war ihm der Nationalpreis und 4 Jahre später die Ehrenbürgerschaft der Stadt Potsdam verliehen worden.

1.) Bedeutung des Kleingartenwesens

Die Gründung des 1. deutschen Kleingärtnervereins fand 1814 in Kappeln an der Schlei (Schleswig-Holstein) statt. Ein halbes Jahrhundert nach der Gründung des 1. deutschen Kleingärtnervereins in Kappeln an der Schlei schlägt in Leipzig die Geburtsstunde der Schreberbewegung, die von vielen Kleingärtnern und Gartenfreunden als der eigentliche Ursprung des organisierten Kleingartenwesens angesehen wird.
Was man  wissen sollte:

„ Leipzig war die Geburtsstadt der Schrebergärten“

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2.) Ursprünge, aus denen das KLEINGARTENWESEN sich entwickelt hat

Der erste „Schreberverein“ entstand am 11. Juni 1864 in Leipzig mit 45 Mitgliedern, der vor allem für Kinder Bewegung in der frischen Luft auf seine Fahnen schrieb.

1856 wurde bereits im Norden Berlins ein Kinderparadies von 0,5 ha angelegt. Es bestand aus Kinderbeeten mit dazugehörigen Lauben. Im Garten können Kinder alle Sinne trainieren; sie können sehen, riechen, schmecken, fühlen und auch hören.

Durch den Massenwohnungsbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Mietskasernen mit Hinterhöfen) in Berlin und Umgebung (Brandenburg) fanden die Menschen in den in Berlin und Brandenburg entstehenden Kleingärten einen bescheidenen Ausweg in ihrem Verlangen nach Licht, Luft und Sonne.
Das Kleingartenwesen in Deutschland spiegelt die gesellschaftlichen Verhältnisse wieder:
Je schlechter die wirtschaftliche Situation war, um so mehr gewannen die Kleingärtner an sozialpolitischer und an ökonomischer Bedeutung. Das überwiegende Interesse war eindeutig: Die Versorgung mit Nahrungsmitteln stand im Vordergrund.
Die verschiedenen Funktionen der Kleingärten sieht man auch an den unterschiedlichen Namensbezeichnungen: über die früheren Armengärten entwickelten sich die Arbeitergärten, die Schrebergärten, die Rote-Kreuz-Gärten, die Laubenkolonien (besonders in Berlin) bis zu sogenannten „Mittelstandsgärten“. Unterschiede zwischen Laubenkolonisten und Schrebervereinen sind deutlich. Während die Schrebergärtner mit der Pacht eines Gartens ihre Lebenssituation verbessern wollten und sie im Laufe der Zeit sogar den finanziell besser gestellten Kreisen angehörten, entstanden die Laubenkolonien zur Aufbesserung des Existenzminimums.
Die von den Laubenkolonisten selbst organisierten Kleingärtnervereine schlossen sich 1901 zur „Vereinigung sämtlicher Pflanzenvereine Berlins und Umgebung“ zusammen, die sich später in „Bund der Laubenkolonisten Berlins und Umgebung“ umbenannte.

1909 entstand der erste deutschlandweite Verband von Kleingärtnerverbänden, der „Zentralverband deutscher Arbeiter- und Schrebergärten“.

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Folgende Verbände schlossen sich zusammen:

  • Verband deutscher Arbeitergärten vom Roten Kreuz (Berlin und Norddeutschland; gegründet 1906) mit 17 Vereinen,  
  • Verband deutscher Arbeiter- und Schrebergärten(Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt; gegründet 1907) mit 40 Vereinen,
  • Deutscher Bund der Vereine für naturgemäße Lebens- und Heilweise (gegründet 1888) mit 104 Vereinen,
  • Deutsche Gartenstadtgesellschaft (gegründet 1902)  und
  • Allgemeiner Verband der Eisenbahnvereine der preußisch-hessischen Staatsbahn und der Reichsbahn mit 761 Vereinen.

Der Zentralverband umfasste über 800 Vereine, deren Mitglieder nahezu 10.000 Kleingärten bewirtschaften.
Die deutsche Kaiserin übernahm sogar das Protektorat über den Verband.

Durch die schwierigen Bedingungen des I. Weltkrieges gab es eine weitere Entwicklung des Kleingartenwesens in Deutschland. Der Staat war sich wegen der hungernden Bevölkerung der Bedeutung der Kleingärten für die Ernährung bewusst und war für den Erhalt der Kleingärtnerverbände.

Nach der Revolution von 1918 war in der Weimarer Verfassung im Artikel 155 zu lesen, dass jede deutsche Familie das Recht auf ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Wirtschaftsstätte habe. Nach den Hungerjahren des Krieges und der Nachkriegszeit wurde durch den Kleingartenbau die eigene Ernährung, generell die Lebensqualität, verbessert und die Kleingartentätigkeit unterstützt. Für viele Angehörige der unteren Klassen ist die einzige Möglichkeit, sich mit den besonders gesunden und frischen Gemüse zu ernähren, dass sie in ihren kleinen Gärtchen selber anbauen.
Die Reichsregierung verfügte am 01. Oktober 1919 in einem Runderlass die systematische Gründung von Kleingartenämtern, die eine Funktion der unteren Verwaltungsbehörde erfüllten, wie es im Kleingartengesetz bestimmt war.

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Die Kleingartenämter hatten folgende Aufgaben:

  • Festsetzung der Pachtpreise,
  • Überwachung der Kündigungsbestimmungen,
  • Zwangspacht von Kleingartengelände im Bedarfsfall,
  • Aufschließung und Verteilung neuen Geländes,
  • Einrichtung einer Nachweisstelle für freiwerdende Parzellen, - Unterhaltung einer Auskunftsstelle in allen Kleingartenfragen  und
  • Aufstellung von Musterpachtverträgen.

Für die Kleingärtner Deutschlands war das Gesetz ein wichtiger Meilenstein hin zu demokratischen Verhältnissen.
Erstmals in ihrer Geschichte hatten sie Rechtssicherheit erlangt.
Auf dem 2. Reichskleingärtnertag am 14. August 1921 in Bremen erfolgt der Zusammenschluss der überregionalen Verbände Deutschlands zum „Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands“.
Am 08. Januar 1922 wurde der Provinzialverband der Kleingartenvereine der Provinz Brandenburg durch die Städte Brandenburg, Cottbus, Eberswalde, Fürstenwalde und Rathenow gegründet.
Die nationale Kleingärtnerorganisation nimmt 1926 erstmalig und danach regelmäßig an der Berliner „Grünen Woche“ teil.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde die Kleingärtnerbewegung ihrer weitgehenden Selbstbestimmung enthoben.
Der Reichsverband wurde nach dem „Führerprinzip“ umorganisiert und damit der demokratische Aufbau beseitigt. Jüdische und marxistische Kräfte wurden aus den Vorständen aller Ebenen entfernt.
Die 1. Ausgabe der Zeitschrift „ Der Kleingärtner und Kleinsiedler- offizielles Nachrichten-
blatt des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e.V.“ erscheint am 26.Oktober 1933. Am 01. August 1936 stellt die Zeitschrift mit der Ausgabe Nr. 4 ihr  Erscheinen bereits wieder ein. Am 26. Juni 1935 kommt dann der Erlass des „ Gesetzes zur Ergänzung der Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung“. Es besagt, dass das dauerhafte Wohnen in den Lauben verboten ist. Lediglich denen, die vor dem 1. April 1935 in einer Laube gewohnt hatten und wirtschaftlich nicht in der Lage waren, sich eine andere Unterkunft zu beschaffen, wird ein befristetes Bleiberecht eingeräumt. Im Januar 1936 erscheint Heft 1 der Zeitschrift „ Sondernachrichten des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e.V.“.
An Stelle der „Sondernachrichten“ erscheint im Februar 1938 das erste Heft der Zeitschrift „Das deutsche Kleingartenwesen – Sondernachrichten des Reichsbundes deutscher Kleingärtner e.V.“. Mit dem Heft 1/2  - 1944 (Mai-Juni) stellt die Zeitschrift ihr Erscheinen offenbar ein.
Nach dem II. Weltkrieg entstand wieder der neue, auf den Erfahrungen der Weimarer Republik beruhende „Provinzialverband Berlin – Brandenburg der Kleingärtner und Kleinsiedler“.
Wilhelm Naulin war seit dem 01.06.1946 der 1.Vorsitzender des „Provinzialverbandes Berlin-Brandenburg der Kleingärtner und Kleinsiedler“. Die Wilhelm – Naulin - Plakette ist heute die höchste Auszeichnung, die Berliner und Brandenburger Kleingärtnerverbände zu vergeben haben.
Durch die Trennung in Ost und West fand die Gründung des „Landesverbandes Mark Brandenburg der Kleingärtner und Siedler“ e.V. am 08.06.1947 statt.
1948 – die Währungsreform war vollzogen und  die weitere Spaltung deutete sich an - verlegte der Vorstand des Verbandes seine Arbeit in den Westsektor von Berlin.
Ende 1948/Anfang 1949 wurde der Landesverband auf dem Wege einer Verordnung aufgelöst. Durch die teilweise unübersichtlichen und sich widersprechenden Meinungen bildete sich ab Ende 1946 die „Vereinigung der Kleingartenhilfe“ heraus, die schließlich 1949 als „Kleingartenhilfe des FDGB“ Rechtsfähigkeit erlangte. Danach waren gemeinnützige eingetragene Vereine unter der Bezeichnung „Kleingartenhilfe des FDGB“ e.V. auf Stadt- und Kreisebene zu bilden. Die Gemeinnützigkeit erhielten diese Vereine im März 1950 zuerkannt.
Kleingärtner der DDR versuchten 1953 gemeinsam mit Kleintierzüchtern verschiedener Fachrichtungen, einen einheitlichen Verband zu gründen. Dieser Versuch scheiterte durch rigoroses Eingreifen der herrschenden Partei, der SED. Wesentlicher Grund war, dass alles vermeintliche Kleinbürgerliche- und dazu zählten eben auch Kleingärtner – keine eigene Organisation haben durfte.
Nachdem seit 1954 die verschiedenen Gruppen bereits auf Kreisebene unter Regie des Staates zusammengearbeitet hatten, konnte dann im November 1959 der „Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter“ (VKSK) entstehen und wurde seit den 70er Jahren großzügig gefördert. So wurden auf Beschluss der DDR-Regierung in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts zahlreiche neue Kleingartenanlagen vor allem für die Berliner Bevölkerung geschaffen.
Im Herbst 1989, im Zusammenhang mit der rasanten Implosion der DDR, schlossen sich die Kleintierfachrichtungen des VKSK den jeweiligen Organisationen der alten Bundesrepublik an.
Der Kleingärtner, die umfangreichste Teilorganisation, gründete  im Juli 1990 den „Verband der Garten- und Siedlerfreunde“(VGS). Zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch der am 24. Juni 1990 gegründete Landesverband Brandenburg des VGS. Doch die Existenz des VGS endete bald, da sich bereits im Verlaufe der Jahre 1991/1992 verschiedene der 1990 neu gegründeten Landesverbände loslösten und Mitglied im Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) wurden.
Die Liquidation des VGS wurde am 04.Juni 1994 vom Verbandstag beschlossen.
Der Landesverband Brandenburg hatte bei seiner Gründung auch die Siedler erfasst. Diese gründeten aber 1991 den „Landesverband der brandenburgischen Siedler“ e.V. Demzufolge verließen die Siedler den Verband und es erfolgte die Umbenennung in „Landesverband Brandenburg der Gartenfreunde“ e.V. per Beschluss am 20.04.1991.
Heute gibt es in ganz Deutschland 15.200 Kleingärtnervereine auf einer Fläche von 520 Millionen m².
Die deutschen Kleingärtner sind im Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) vereint.
Mitglieder des Landesverbandes können Verbände von  Kleingärtnervereinen oder anderen Gartenvereinen sein. Die Mitgliederzahl im Jahre 2005 beläuft sich auf 33 Verbände mit 1375 Vereinen, in denen etwa 72.000 Kleingärtner organisiert sind.
14 Mitgliedsverbände unterhalten gegenwärtig eine arbeitende Geschäftsstelle. Die Übrigen leisten die anfallenden Aufgaben auf ehrenamtlicher Basis.

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3.) Der Funktionswandel der Kleingärten im Laufe der Zeit

Kleingartenanlagen haben im Kreis Rathenow eine lange Tradition. Bereits vor dem ersten Weltkrieg wurden Gartenparzellen eingerichtet. Aus wirtschaftlicher Not schlossen sich Interessenten zusammen. Sie pachteten eine Ackerfläche und teilten sie auf. Die so entstandenen Parzellen wurden so groß gehalten, dass sie nach Feierabend bearbeitet und die Familien ausreichend mit Gemüse und später mit Obst versorgt werden konnten. In Rathenow boten sich für Gartenanlagen Ackerflächen am Standrand an. Diese Anlagen bezeichnete man als Armengärten.
Für die Schaffung solcher ersten Kolonien setzte sich damals besonders der hiesige Naturheilverein ein, dessen Vorsitzender Otto Muth war. „Wo die Sonne nicht hinkommt, kommt der Doktor hin“, sagten die Anhänger dieses Vereins. Der Gründer der 1904 gebildeten ersten Kolonie „Waldfrieden“ war der Fabrikant Herr Scharnbeck in Rathenow (siehe Scharnbecks Laubenkolonie). Sie lag auf dem Gelände zwischen der heutigen Fraunhofer Straße und der Helmholtzstraße am Faulen See. Diese Anlage fiel bis auf eine Restfläche, auf der die heutige Kleingartenanlage „Gartenstraße" liegt, der Bebauung zum Opfer.
In der Rathenower Zeitung von 1904 heißt es: „Die Gründung solcher Ansiedlungen ist eine erzieherische Tat zu nennen, die Nacheiferung verdient, und es ist erfreulich, dass nun auch am Ende der Stadt, zwischen der Milower Chaussee und dem Grünauer Weg (Anmerkung: Anlage Grün Aue), eine zweite Kolonie entsteht, ebenfalls ins Leben gerufen von dem um die Ausbreitung hygienischer Grundsätze verdienten, hiesigen Naturheilverein.“
Da in der städtischen Bevölkerung ein großes Interesse für die Kleingartenbewegung einsetzte, wurden weitere Kolonien gegründet.
Die ältesten noch existierenden Kleingartenanlagen in Rathenow mit Gründungsjahr sind:

Der 1904 gegründete Kleingartenverein „Grün Aue“ fiel kurz vor seinem 100-jährigen Bestehen 2003 einer geplanten Umgehungsstrasse zum Opfer.

Kleingartenanlage „Charlottengarten“

1904

Kleingartenanlage „Gartenstraße“ 1904
Kleingartenanlage  „Fortschritt“

1908

Kleingartenanlage „Eintracht“

1910

Kleingartenanlage „Waldesruh“

1923

Kleingartenanlage „Sorgenfrei“

1924

Kleingartenanlage „Abendfrieden“

1928

Kleingartenanlage „Havelgarten“ 1928
Kleingartenanlage „Birkenweg“

1932

Kleingartenanlage „Freiheit“

1937

1925 hatte der Bezirksverband der Kleingartenvereine Westhavelland 502 Mitglieder und bewirtschaftete 86,2 ha Land mit 590 Parzellen.
Die Pachtpreise lagen 1927 für Rathenow zwischen 1,8  bis 2 Pfennig/ qm.
 Die Kleingartenvereine gehörten 1929 dem Bezirksverband der Kleingartenvereine Westhavelland, Ortsgruppe Rathenow, an. Vorsitzender war seit dem 18.11.1925 Franz Schuhknecht.
Die Reichsregierung beschloss 1938 die Anzahl der Kleingärten zu verdoppeln.
1939 wurden sieben Kolonien im Westhavelland vom Reichsverband der Kleingärtner verwaltet. Diese Kolonien hatten eine Fläche von 28 Hektar.
Über die Kriegs- und Nachkriegszeit liegen uns keine Erkenntnisse vor.
           
Beim Amtsgericht Rathenow wurde am 25.11.1950 in das Vereinsregister unter Nr. 147 der Verein „Kleingartenhilfe des FDGB“, Kreis Rathenow – Westhavelland eingetragen.
Die Satzung wurde am 26.03.1950 errichtet.
Herr Rückwald ist eingetragen als Kreisvorsitzender. Einen Stempel für diesen Verein finden wir im Generalpachtvertrag vom 25.08.1950 zwischen der Landesregierung Brandenburg und der Kleingartenhilfe des FDGB (Kopie vorhanden). Es betrifft das Gelände auf der Magazininsel zur kleingärtnerischen  Nutzung nach den Bestimmungen der Kleingartenordnung (KGO) vom 31.07.1919.
Die Pachtsumme beträgt DM 192,30 jährlich.
 

15550 m²

Wiese  =

62,50

DM

4490 m²

Gartenland =

89,80

DM

4000 m²

Ackerland  =

40,00

DM
   

192,30

DM

Es liegen diverse Generalpachtverträge aus dem Jahr 1950 zwischen der Stadtgemeinde
Rathenow und der Kreisvereinigung der Kleingartenhilfe der FDGB Rathenow/Westhavelland vor:

Gärten zu den Behelfsheimen an der Stadtrandsiedlung   55 Pächter = 16500 m²

Elstersteig

9 Pächter

Heideweg 

4 Pächter

Kiebitzsteig

3 Pächter

Möwensteig 

 23 Pächter

Meisenweg

8 Pächter

Rotkehlchenweg

8 Pächter

Früher Schmidt u. Bloeßer`scher Acker am Grünauer Weg

18 Pächter

=   8200 m²

Acker am Anger (Größe je 630m²)

8 Pächter

 
Acker am Grünauer Weg früher Sasse`scher  Garten

9 Pächter

= 11240 m²

Früher Elste`sche Baumschule an der Bammer Landstraße

 34 Pächter

= 24820 m²

Gärten zwischen Reichs- und Kleinbahn

16 Pächter

=   8303 m²

Gärten an der Rudolf-Breitscheid-Straße

5 Pächter

=   2446 m²

Früher Sasse`scher Acker an der Milower Landstraße

 7 Pächter

=   4845 m²

Früher Heidepriem`scher Acker an der Milower Landstraße

7 Pächter

=   2798 m²

Früher Böttcher- u. Wegener`scher Acker an der Semliner Str.

32 Pächter

 
Gärten am Dachsberg

5 Pächter

=   2770 m²

Einzelgrundstücke

43 Grundstücke

Schulgärten

17 Stück

 =   5900 m²

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Während früher die Kleingärtner vor allem bestrebt waren, Obst und Gemüse anzubauen, das es nicht immer im Handel gab, legen sie heute mehr Wert auf Erholung im Garten.
Laut Rahmengartenordnung des Landesverbandes Brandenburg der Gartenfreunde e. V. gilt  z.  B. die Drittelung des Gartens: 
- ein Drittel für den Anbau von Früchten
- ein weiteres Drittel für den Erholungsbereich und
- das letzte Drittel für Bäume und Sträucher.
Kleingärten haben als Teil des öffentlichen Grüns auch eine städtebauliche Funktion.
Sie erfüllen auch zunehmend eine ökologische Funktion als vielgestaltiges Rückzugsgebiet für Flora und Fauna und als Stätte des verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur.
Viele Gartenvereine engagieren sich in unzähligen Arbeitsstunden im Umweltschutz.
Sie schaffen Biotope, betreiben Pflanzenschutz und gestalten Messen und Fachberatungen aktiv mit.
Kleingartenanlagen müssen ein fester Bestandteil einer  durchgrünten und somit gesunden Stadt sein.

Die Fläche des ehemaligen Spielplatzes am Sperlingsweg in der Stadtrandsiedlung in einer Größe von 1.759 m², verpachtet an Herrn Werner Ritter, Meisenweg 19, wird mit Wirkung vom 01.01.1953 aus dem Pachtvertrag herausgenommen. Es ist beabsichtigt, diese Fläche wieder den Kindern der Stadtrandsiedlung als Spielplatz zur Verfügung zu stellen.
         
Einen Namen in der Geschichte des Kleingartenwesens müssen wir auch noch erwähnen und zwar  den Kreiskassierer Herrn Otto Willnat. In vielen  Schreiben zwischen der Grundstücksverwaltung VEB und dem Kreisverband in den Fünfziger Jahren steht er für die Verantwortung der Pachtzahlung.
In einem Schreiben vom 13.03.1953 von der Grundstücksverwaltung VEB(G), Abt. Grundbesitz wird eine Pachtgeldregulierung neu festgelegt, die als wesentlicher Bestandteil des Generalvertrages anzusehen ist und ab dem 01.01.1953 gilt.
Für die 8 Kaveln am Anger einheitlich werden 1 Pfennig pro Jahr pro m² festgesetzt. Bei Frau Ida Reimann(Einzelgrundstücke), wohnhaft in der Kopernikusstrasse 4, mit einer bewirtschafteten Parzelle von 696 m², kommt auch der neue Pachtpreis von 1 Pf. pro Jahr zum tragen. Gleichfalls wird der Pachtpreis für Herrn Robert Steffen, Kavel 18 des früheren Schmit`schens und Bloeßer`schers Ackers, Amselweg 7 auf 1 Pf. pro m² pro Jahr festgesetzt.

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4.) Entwicklung von  Organisationsformen, Gesetzlichkeiten

Kleingartenverbände und ihre Vorsitzenden:

 

Bezirksverband der Kleingärtnervereine    
Westhavelland, Ortsgruppe Rathenow Herr Schuhknecht 1925
Reichsbund der Kleingärtner Herr Hermann 1939
  Herr Paasch 1946
Kleingartenhilfe des FDGB Herr Rückwald 1950-1957
Verband der Kleingärtner, Siedler
und Kleintierzüchter (VKSK)
Herr Stephan 1958-1969
  Herr Kankeleit 1971-1988
  Herr Hust 1989-1990
Rechtsnachfolger des VKSK
Verband der Garten und Siedlerfreunde
Rathenow e. V. (VGS)
Herr Düsterhöft 1990-1991 
Ausgliederung der Siedlervereine
und Umbenennung in
Kreisverband Rathenow der Gartenfreunde e.V.
Herr Düsterhöft 1991-1993
  Herr Reichelt 1994-1996
  Herr Verter 1996-2000
Umbenennung zum:
Kleingartenverband “Westhavelland“ e. V.
Herr Verter 2000-2014
  Herr Daschke 2014-

Ab  01.07.1954 waren die Kreisverbände der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter gemäß der Verordnung zur Förderung des Kleingarten- und Siedlungswesens und der Kleintierzucht vom 22.04.1954 tätig.
Alle Kleingartenorganisationen, die sich diesen Kreisverbänden nicht angeschlossen hatten, wurden durch § 11 dieser VO vom 30.06.1954 aufgelöst.

Pachtrechtlich brachte die „Verordnung über das Kleingarten- und Siedlungswesen und die Kleintierzucht“ vom 03.12.1959, deren § 4 bestimmt, dass der Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK genannt) allein berechtigt ist, Grundstücke zum Zwecke der Weiterverpachtung an Kleingärtner anzupachten; diese Rechtsvorschrift galt bis zum 02.10.1990.

Ab dem 03.10.1990 trat das Bundeskleingartengesetz in Kraft.
Der Kreisvorstand des VKSK stellt seine Tätigkeit im Bereich des Kleingarten- und Siedlerwesens ein. Der Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) wird gemäß § 41 und § 74 des BGB mit Wirkung zum 31.12.1990 aufgelöst.
Aus den Fachrichtungen des VKSK sind eigenständige Fachverbände bzw. Landesverbände der Kleingärtner, Siedler, Züchter und Imker entstanden, die deren Rechtsnachfolge antreten und ihre Rechtsfähigkeit erworben haben.

Etwa 2400 Kleingärtner des Kreises Rathenow hatten sich am 16. Juni 1990 zum Kreisverband der Garten- und Siedlerfreunde Rathenow e.V. zusammengeschlossen, der die Interessen als rechtsfähige, kleingärtnerisch gemeinnützige Vereinigung vertritt.
Laut Übernahmeprotokoll vom 20.09.1990 übergab der VKSK Kreisverband Rathenow, vertreten durch den Sekretär Herrn Gütschow, an den Verband der Gärtner und Siedler des Kreises Rathenow, vertreten durch den Vorsitzenden Herrn Düsterhöft, die Pacht-/Nutzungsverträge der jeweiligen Sparten mit ihren Vertragspartnern. Es wurden 55 Sparten mit ihren Vertragspartnern aufgeführt. In den Folgejahren traten die Vereine "Vieritzer Bünsche" in Vieritz, "Wässeringe" in Rhinow, "Rathenow Ost" in Rathenow und "Thälmannstraße" und "Tankstelle" in Premnitz aus dem Verband aus.

1994 wurde die Anlage Grünaue überplant und aufgelöst. Als Ersatzanlage wurde die Anlage „Sonnenblume" am Tangermünder Weg geschaffen. Der gegründete Verein „Sonnenblume" trat dem Verband bei. 1995 trat der neu gegründete Kleingartenverein "Hopfensteig" dem Verband bei.

2003 wurde die Kleingartenanlage „Alte Havel Mögelin" im Einvernehmen aller Beteiligten in eine Erholungsanlage umgewandelt. der Verein „Alte Haveln" e. V. trat aus dem Verband aus.

In den Jahren von 2004 bis 2008 verließen die Kleingartenvereine „Spolierenberg" in Bamme, „Sonnenschein" , „Eintracht" „Fortschritt" und „Morgenröte" in Rathenow den Verband. Sie verwalten die Kleingärten selbst.

2013 löste sich der Kleingartenverein „Hopfensteig" e. V. auf, die Gärten werden seitdem von der Geschäftsstelle verwaltet.

Seit 2010 ist ein zunehmend starker Rückgang der Nachfrage nach Kleingärten zu verzeichnen. Die Gründe dafür liegen im Wegzug junger Menschen aus wirtschaftlichen Gründen und im umfangreichen Abnriss von Mehrgeschossbauten in den Städten Rathenow und Premnitz.

2012 wurde mit der Stadt Premnitz ein Rückbaukonzept in den Anlagen „Gute Hoffnung" und „Kleiner Fenn" vereinbart. Dadurch ging die Zahl der Parzellen leicht zurück.

2012 hat der Kleingartenverband die Überplanung von 250 Kleingärten am Weinberg in Rathenow verhindert. Als Ergebnis der Proteste wurden 14 Kleingärten als Dauerkleingärten planungsrechtlich festgeschrieben.

Anfang 2014 gehörten 44 Vereine dem Kleingartenverband Westhavelland e. V. an. Der Verband verwaltete 2069 Gärten in 45 Anlagen. 2013 standen davon 85 Parzellen leer.

Seit 1.1.2017 ist der Verein "Birkenweg" nicht mehr  Mitglied im Kleingartenverband Westhavelland e.V. Der Verein "Wiesengrund" wird zurzeit durch die Geschäftsstelle verwaltet. Im Jahr 2018 gehören insgesamt 42 Vereine dem Kleingartenverband an.

Der Verein Kreisverband Rathenow der Gartenfreunde e.V. wurde am 06.11.1991 unter der Nummer 70 des Vereinsregisters des Kreisgerichts Rathenow registriert (siehe Urkunde vom 07.11.05). Namensänderung und Satzungsänderung wurden in der Delegiertenversammlung am 13.04.1991 beschlossen.
Durch eine Satzungsänderung am 01. April 2000 hat sich der Kreisverband Rathenow der Gartenfreunde umbenannt und heißt jetzt

„ Kleingartenverband Westhavelland e.V.“

Die Farben im Wappen des Kleingartenverbandes „Westhavelland e.V.“ sind braun, grün, gelb. Braun soll uns die Gartenerde darstellen, grün ist die Pflanzenwelt und gelb steht für die Sonne.

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Diese Änderung wurde im Vereinsregister am 17.04.2000 eingetragen.

Mit der Herstellung der Einheit Deutschlands am 03.10.1990 traten für die neuen Bundesländer eine Reihe Rechtsvorschriften in Kraft, die auch für die weitere Nutzung von Bedeutung sind. Eine der wichtigsten Rechtsvorschriften ist dabei das Bundeskleingarten-

Gesetz vom 28. Februar 1983.
Das Bundeskleingartengesetz baut auf eine alte Tradition im Kleingartenwesen auf und enthält besondere, auf das Kleingartenwesen abgestellte, Vorschriften. Alle bis zum
03.10.1990 rechtmäßig errichtete Baulichkeiten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR hatten Bestandsschutz(§ 20a).
1984 wurde das Bundeskleingartengesetz bundesweit eingeführt, 1990 auf die ostdeutschen Länder übertragen und 1994 durch eine erneute Novellierung ergänzt.

Am 19.12.2001 erfolgte die Erneuerung des seit 1994 bestehenden Generalpachtvertrages mit der Stadt Rathenow.
Der Kleingartenverband wurde 2003 Mitglied des Fördervereins zur LAGA Rathenow 2006;
Mitglied im Beirat Gartenbau der „LAGA Rathenow2006 GmbH“  und ist seit 2004 Mitglied des „Fördervereins Deutsches Kleingärtnermuseums in Leipzig e. V.“.

Nachweislich ist noch aufzuführen, dass 1971 der VKSK sein Büro in der Th. – Müntzer -Strasse 10 hatte; später erfolgte der Umzug in die Ruppiner Strasse 22.
Sitz des VKSK war auch ein Büro in der W.-Külz–Strasse, welches aber ab dem 10.03.1990 in die W.-Pieck-Str. 41 verlegt wurde. Dort blieb man bis 1996 und zog dann  erneut in die W.-Külz–Strasse. Am 06. Juni 2000 erfolgte die Eröffnung einer neuen Geschäftsstelle des Kleingartenverbandes Westhavelland in der Rotbuchenallee 5 in Rathenow. Seit 2006 hat der Kleingartenverband aus Kostengründen seine kleinere Geschäftsstelle in der Genthiner Straße 108 in Rathenow. Seit 2010 ist die Geschäftsstelle mit kleineren Unterbrechungen mit zwei Arbeitskräften besetzt.

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Was ist ein Kleingarten im Sinne des Bundeskleingartengesetzes?

Der § 1 des Bundeskleingartengesetzes definiert objektiv, was ein Kleingarten ist:
§ 1 (1) Ein Kleingarten ist ein Garten, der
1. dem Nutzer (Kleingärtner) zur nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den  Eigenbedarf, und zur Erholung dient (kleingärtnerische Nutzung) und
2. in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefasst sind (Kleingartenanlage).
Nichterwerbsmäßige gärtnerische Nutzung und Erholungsnutzung gehören zusammen.
Im Land Brandenburg ist gesetzlich der prozentuale Anteil nicht vorgeschrieben, hier wird, wie in anderen Bundesländern auch, den Kleingärtnerorganisationen überlassen, ob Festlegungen erfolgen.
Die nichterwerbsmäßige gärtnerische Nutzung umfasst danach die Erzeugung von Obst, Gemüse und anderen Früchten durch Selbstarbeit des Kleingärtners oder seiner Familienangehörigen.
Hierzu gehören die Bepflanzung von Gartenflächen mit Zierbäumen, Sträuchern oder Blumen, die Anlage von Rasenflächen.
Ein Wesensmerkmal des Kleingartens ist die Nutzung fremden Landes (BVerfGe 52, 1, 32 f). Nur bei der Nutzung fremden Landes kann für die betreffenden Kleingärten das Bundeskleingartengesetz gelten. Eigentümergärten fallen nicht in den Geltungsbereich des Bundeskleingartengesetzes.
Gemeinsam mit der Landesgartenfachkommission, dem Zwischenpächter, den Vereinen und jedem einzelnen Gartenfreund sollte deshalb hohe Sorgfalt auf die Umsetzung des § 1 Bundeskleingartengesetz verwendet werden.

Ein reiner Zier- und Erholungsgarten- ohne die Erzeugung gärtnerischer Produkte- ist kein Kleingarten und damit auch nicht durch das Bundeskleingartengesetz geschützt.
Die Vorhaben und Bestimmungen des Gesetzgebers werden sinnvoll ergänzt durch eigene Ordnungen der Vereine (Gartenordnung), die für alle Mitglieder verbindlich sein müssen.

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Die letzte kostenlose Sprechstunde des Verbandsanwaltes im Jahr 2018 findet am 28.11.2018 statt.

 


 

 

 

Im Zeitraum vom 15.11.2018 bis 31.03.2019 finden Sprechstunden in der Geschäftsstelle Rathenow nur nach telefonischer Vereinbarung statt.

Achtung:

Die Geschäftsstelle ist vom 13.12.2018 bis 07.01.2019 geschlossen.

 


 

 


 

Sprechstunde der Geschäftsstelle in Premnitz:

Es finden vorläufig keine Sprechstunden statt. Bei allen Angelegeheiten bitte zu den Sprechzeiten in der Geschäftsstelle in Rathenow melden!



freie Gärten online z. Zt.: 19  »


Beitragssatz 45,00 € pro Jahr und Parzelle
Pacht 0,04 bis 0,1048 € pro m² und Jahr
bewirtschaftete Fläche 86,8 ha
mittlere Gartengröße 478 m²
verpachtete Gärten 1548 in 42 Anlagen


 


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